Prolog

Streifzüge über Straßen Friedrichshains; auf Laternenpfählen klebende Aufkleber photographiert. Einfach gehaltene Bilder, auf ausgefeilte Bildbearbeitung verzichtet. Flüchtig, wie die Aufkleber im Laufen über die Straßen einer Großstadt einem auffallen, so sind sie in einem schnellen Photoakt mit einer Smartphonekamera gesammelt. Ob große, ob kleine, meist bildfüllend aufgenommene Aufkleber; ob politisch agitativ, ob offene Werbung oder verklausulierte, ob Aufruf zur gemeinschafts-orientierten Kiezaktion, ob Kunst im privaten Raum oder als Street Art; ob Aufkleber in nicht allgemeinverständlicher Symbolik in graphischem Jargon: die Aufkleber im öffentlichen Raum, die als ein semiotisches Rätsel für den Betrachter erscheinen: die Aufkleber erscheinen als ein facettenreicher Spiegel der Aktivitäten von Menschen, die in Friedrichshain auf verschiedene Weisen in die Öffentlichkeit treten.

Aufkleber auf Laternenpfählen sind ein Prüfkriterium für Dreiecke der Semiotik genannten Zeichentheorie. Mancher klebt ein allgemeinverständliches Zeichen, dessen Sinn sich jedem Betrachter sogleich erschließt. Manche kleben Zeichen, deren Bezeichnetes hinter der Grafik verborgen scheint. Es verbleibt dem Betrachter, ihren Sinn zu entdecken.

Alle Photos sind in Friedrichshain aufgenommen, zwischen den S-Bahnhaltepunkten Jannowitzbrücke, Warschauer Straße und Frankfurter Alle und dem Blankenstein Park. Die aller meisten Bilder stammen aus dem Areal zwischen Löwestraße, Richard-Sorge-Straße, Mühsamstraße, Bersarinplatz, Rigaer Straße und Karl-Marx-Alle.

Streetart Schutzgebiet